Anrechnung des Sommersemesters 2020

Frage(n):

Kann das Sommersemester 2020 angerechnet werden, wenn Veranstaltungen ohne Ersatz ausfallen?
Was gilt für Jurastudenten bezüglich des Freiversuchs und der Notenverbesserung?

Antwort:

Damit Studierenden aufgrund der besonderen Situation des Sommersemesters 2020 keine Nachteile entstehen, ist geplant eine Regelung im Bayrischen Hochschulgesetz (BayHSchG) zu erlassen, wonach sich an Fachsemester-/Regelstudienzeiten gebundene Termine und Fristen automatisch um ein Semester verlängern.

Dem zugrunde, ist auch für die Erste Juristische Staatsprüfung eine Regelung in der JAPO geplant, wonach das Sommersemester bezüglich der nach §37 Abs. 1 Satz 1 JAPO für den Freiversuch maßgeblichen Semesterzahl nicht berücksichtigt wird. Die Regelung soll vor der Ersten Juristischen Staatsprüfung 2020/2 in Kraft treten und wird im Vorgriff darauf schon für die Zulassung zur Ersten Juristischen Staatsprüfung in diesem Termin angewendet.

Damit wird es den Studierenden ermöglicht, den Freiversuch statt im Termin 2020/2 erst im Termin 2021/1 abzulegen.

Die Regelung gilt allerdings nicht nur für die Studierenden, die unmittelbar an dem auf das Sommersemester 2020 folgenden Prüfungstermin EJS 2020/2 teilnehmen wollen. Sie gilt auch für Studierende, die sich im Sommersemester 2020 noch in einem Anfangssemester befinden.

Die Regelung hat jedoch keinen rückwirkenden Charakter. Prüfungsteilnehmer deren letzte Möglichkeit zur Ablegung der Prüfung im Freiversuch in dem auf das Wintersemester 2019/2020 folgenden Prüfungstermin EJS 2020/1 bestand, erhalten durch die Regelung keine zusätzliche Möglichkeit, den Freiversuch abzulegen.

Bezüglich des Notenverbesserungsversuchs bleibt es bis jetzt bei der Regelung nach § 15 Abs. 1 der JAPO. Wurde die Prüfung im ersten Versuch bestanden, kann diese unmittelbar im folgenden oder übernächsten Prüfungstermin, das heißt spätestens ein Jahr nach der Erstablegung, zur Notenverbesserung wiederholt werden. Die Anmeldung kann unverzüglich nach der mündlichen Prüfung erfolgen.

Für die Erste Juristische Staatsprüfung ab dem Termin EJS 2020/2 werden zudem weitere Maßnahmen getroffen. Der Prüfungsausschuss hat gem. § 7 Abs. 2 Nr. 2 JAPO entschieden, den Prüfungsstoff ab diesem Termin zu reduzieren. Demnach werden weite Teile des Familienrechts, insbesondere das Unterhaltsrecht und die Vorschriften über die Scheidungsgründe in der schriftlichen und mündlichen Prüfung nicht mehr geprüft. (Eine exakte Auflistung der ausgeschlossenen Themen finden Sie hier. [externer Link])

Im Übrigen bleibt der Prüfungsstoff unberührt.

Die mündliche Prüfung zur Ersten Juristischen Staatsprüfung 2020/1 soll planmäßig am Mittwoch, 1. Juli 2020, beginnen. Der schriftliche Teil der Ersten Juristischen Staatsprüfung 2020/2 ist grundsätzlich für September 2020 geplant.

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