Arbeitsschutz-Standards

Frage(n):

Was bedeutet die Lockerung und die schrittweise Öffnung der Geschäfte für Arbeitnehmer in Hinblick auf den Arbeitsschutz?

Antwort:

Auf Grund der Lockerung und der schrittweisen Öffnung der Geschäfte kehren viele Menschen an ihre Arbeitsplätze zurück.
Dabei gilt als oberste Priorität vor allem: Wer in diesen Zeiten arbeitet, braucht besonderen Schutz.
Daher hat die Bundesregierung bundesweite, einheitliche Arbeitsschutzstandards beschlossen, mit denen Arbeitnehmer vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bewahrt werden sollen. Es geht dabei es vor allem um Schutzmaßnahmen die von Arbeitgebern und Beschäftigten gemeinsam beachtet und umgesetzt werden müssen.
Dafür sind  „10 Grundregeln, bzw. Eckpunkte“ formuliert worden, die bundeseinheitlich gelten und die bereits bestehenden, arbeitsschutzrechtlichen Regeln ergänzen:  

1. Arbeitsschutz gilt weiter! – und muss  bei einem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft zugleich um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt werden.

2. Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutzexperten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten!
Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten den Arbeitgeber bei der Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und unterstützen bei der Unterweisung.

3. Den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten!
Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten – in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen.

4. Abläufe neu organisieren um Kontakte zu vermeiden!
Abläufe werden so organisiert, dass Beschäftigte möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben. Dies gilt insbesondere für die Regelung von Pausen, Schichtwechsel oder Anwesenheiten im Büro.

5. Grundsatz: Niemals krank zur Arbeit!
Auch mit leichten Anzeichen und Symptomen sollen Erkrankte zu Hause bleiben und den Arzt aufsuchen, bis die Symptome abgeklärt sind.

6. Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen!
Wo eine Trennung durch Schutzscheiben nicht möglich ist, müssen Nase-Mund-Bedeckungen für die Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden.

7. Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen!
Darunter fällt vor allem die Bereitstellung von Desinfektionsspendern am Ein-/ Ausgang, kurze Reinigungsintervalle von gemeinsam genutzten Räumlichkeiten, Firmenfahrzeugen etc.

8. Risikogruppen durch Vorsorge besonders schützen
Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehört, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmaßnahmen.

9. Betriebliche Beiträge zur Pandemie Versorgung sind sicherzustellen
Vor allem die Kooperation mit den örtlichen Gesundheitsbehörden ist für die betriebliche Routine zur Pandemievorsorge wichtig, um weitere möglicherweise infizierte Personen zu identifizieren, zu informieren und ggf. auch isolieren zu können.

10. Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz „Gesundheit geht vor!“
Dieser Grundsatz hat gerade in diesen Zeiten oberste Priorität und soll von den Führungskräften vor Ort auch aktiv so kommuniziert werden.

Bei den aufgestellten Regeln handelt es sich um verbindliche Regelungen. Die Behörden führen insoweit stichprobenartige Kontrollen durch. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Unternehmen an die Vorgaben halten.

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