Mietminderung bei Schimmelbefall

Frage(n):

Kann der Mieter bei Schimmelbefall die Miete mindern, wenn wegen Corona der Mieter weder umziehen noch ins Hotel gehen kann?

Antwort:

Grundsätzlich wird die Miete kraft Gesetzes gemindert, wenn an der Mietsache ein Mangel besteht, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Verbrauch aufhebt, § 536 Abs. 1 S. 1 BGB. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat der Mieter demnach nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten, § 536 Abs. 1 S. 2 BGB. Voraussetzung ist jedoch eine Mängelanzeige des Mieters bei dem Vermieter gem. § 536c Abs. 1 BGB, ansonsten kann sich der Mieter nicht auf sein Recht zur Mietminderung berufen.

Ob der Schimmelbefall einen Mangel der Mietsache darstellt, ist abhängig von der Ursache des Schimmelbefalls.

Ursache liegt im Verhalten des Mieters:

Liegt die Ursache des Schimmelbefalls im Nutzerverhalten des Mieters, so ist sein Recht auf Mietminderung aus diesem Grund ausgeschlossen. Zu einem solchen ursächlichen Verhalten kann mangelndes oder fehlendes Lüften und Heizen, wie auch feuchtigkeitshervorrufende Möblierung gezählt werden.

Ursache liegt im Verantwortungsbereich des Vermieters:

Liegt die Ursache des Schimmelbefalls hingegen im Verantwortungsbereich des Vermieters, so steht dem Mieter das Recht auf Mietminderung aus § 536 BGB zu. Dazu zählen insbesondere Baumängel, wie auch fehlende Hinweispflichten an den Mieter bei Anfälligkeit der Mietsache.

Die Höhe der Mietminderung richtet sich nach der konkreten Gebrauchsbeeinträchtigung der Mietsache und dem Ausmaß des Schimmelbefalls. Letztlich spielt auch eine Rolle, ob der Schimmel bereits eine Gesundheitsgefährdung darstellt.

Die Rechtsprechung hat beispielsweise für ein schimmelbefallenes Schlafzimmer eine Mietminderung von 15% und bei Schimmel im Badezimmer 10% für angemessen erachtet.

Weiterführende Informationen:

Hier finden Sie eine Mietminderungstabelle.

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