Verkauf von Aspirin

Frage(n):

Macht man sich strafbar, wenn man als Privatperson Aspirin während Corona an Nachbarn verkauft?

Antwort:

Der in Aspirin enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist seit 1977 in der WHO-Liste für unentbehrliche Arzneimittel geführt.

Darüber hinaus fällt er auch unter den Arzneimittelbegriff von § 2 Arzeimittelgesetz (AMG) und darf demnach gem. § 43 Abs. 1 S. 1 AMG grundsätzlich für den Endverbrauch berufs- oder gewerbsmäßig nur in Apotheken verkauft werden.

Ein einmaliger Verkauf zwischen Privatpersonen wird wohl nicht als berufs-, oder gewerbsmäßig zu sehen sein und eine Strafbarkeit nach § 95 AMG bezieht sich durch diese Berufs-, und Gewerbsmäßigkeit auch in erster Linie auf Apotheker, jedoch ergibt sich aus § 43 Abs. 1 AMG ein insofern bestehendes Apothekenmonopol. Hieraus ergibt sich, dass ein Handeln mit solchen, den Apotheken vorbehaltenen Arzneimitteln, den Apotheken vorbehalten ist. Ein Verbot des Handelns von eben solchen Arzneien außerhalb von Apotheken ist klar in § 43 Abs. 1 S. 2 AMG festgehalten.

Daran ändern auch die derzeitige Corona-Pandemie nichts, denn Apotheken gelten als systemrelevant und waren demnach nicht von Schließungen betroffen, sodass ein Privatverkauf überhaupt nicht nötig ist.

Artikelinhalt