Ware wird nicht geliefert

Frage(n):

Welche Reaktionsmöglichkeiten bestehen seitens des Kunden, wenn ein Online-Handel Ware, die als „sofort verfügbar“ gekennzeichnet ist, nicht liefert?

Antwort:

Folgende Möglichkeiten kommen bei Lieferverzug in Betracht:

  • Rücktritt vom Kaufvertrag
  • Schadensersatz wegen Nichterfüllung
  • Ersatz des Verzögerungsschadens

Rücktritt vom Kaufvertrag:
Der Käufer kann den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären. Rechtsfolge ist, dass der Vertag rückabgewickelt werden muss. Das Vertragsverhältnis wird so behandelt, als hätte es dieses nie gegeben. Hat der Käufer den Kaufpreis gezahlt, so ist der Verkäufer verpflichtet, diesen zurückzuerstatten.

Schadensersatz wegen Nichterfüllung:
Der Käufer kann auch Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Auch hier wird der Vertrag rückabgewickelt.

Ersatz der Verzögerungsschadens:
Sollte durch die verspätete Lieferung ein Schaden entstanden sein, so kann für diesen Ersatz verlangt werden. Der Kaufvertrag bleibt weiterhin bestehen, sodass der Käufer weiterhin Anspruch auf die Lieferung der Ware hat.

Hinweis:
Zu beachten ist, dass der Lieferverzug allein nicht als Voraussetzung für die Geltendmachung dieser Rechte genügt und die konkrete Rechtslage vom Einzelfall abhängig ist.
In jedem dieser Fälle wird grundsätzlich das Setzen einer angemessenen Frist zur Nachlieferung als Anspruchsvoraussetzung erforderlich sein (Mahnung). Um dieses Fristsetzen auch später beweisen zu können, empfiehlt es sich, die Mahnung per Einschreiben vorzunehmen.

Artikelinhalt