Was bedeutet Abordnung?

Frage(n):

Ich soll von meinem Arbeitgeber für eine andere Tätigkeit für 3 Monate „abgeordnet“ werden – Was bedeutet das?

Antwort:

Ursprünglich stammt der Begriff der Abordnung aus dem Beamtenrecht. Nach § 27 Bundesbeamtengesetz (BBG) liegt eine Abordnung vor, wenn ein Beamter aus dienstlichen Gründen vorübergehend bei einer anderen Dienststelle beschäftigt wird als bei der, der er kraft seines Amtes angehört. Durch Tarifverträge ist das Rechtsinstitut der Abordnung auch auf Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst anwendbar. Nach § 4 Abs. 1, Protokollerklärung Nr. 1 TVöD ist die Abordnung die Zuweisung einer vorübergehenden Beschäftigung aus beruflichen Gründen bei einer anderen Dienststelle oder einem anderen Betrieb desselben oder eines anderen Arbeitgebers unter Fortsetzung des bestehenden Arbeitsverhältnisses.

Das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen sowie Rechtschutzmöglichkeiten des Arbeitnehmers gegen eine Abordnung sind im Einzelfall zu prüfen.

Grundsätzlich muss die Abordnung jedoch billigem Ermessen entsprechen, vgl. § 106 GewO. Das bedeutet, dass vor der Abordnung eine Interessenabwägung durch den Arbeitgeber vorgenommen werden muss. Hierbei ist das Weisungsinteresse des Arbeitgebers, eine Abordnung durchzuführen, mit dem Bestandsinteresse des Arbeitnehmers abzuwägen.

Ob das Weisungsrecht des Arbeitgebers im Fall der Abordnung bei dem Arbeitgeber verbleibt oder auf die Beschäftigungsdienststelle/den Beschäftigungsbetrieb übergeht, ist nicht gesetzlich geregelt.

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